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Weibliche Genitalverstümmelung (FGM – Female Genital Mutilation)

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist eine Praxis, bei der Teile der weiblichen Geschlechtsorgane entfernt werden, meist ohne Narkose und unter Bedingungen, die gefährlich und auch hygienisch bei weitem nicht ausreichend sind. Sie wird vorwiegend in afrikanischen Ländern praktiziert, teilweise auch in arabischen Ländern und Teilen Asiens. Aber auch in Deutschland leben Zehntausende Opfer von Genitalverstümmelung. Die Eingriffe beeinträchtigen das Leben der Betroffenen wesentlich, sowohl körperlich als auch psychisch und können zu tiefen seelischen Schäden führen. Solange in einer Kultur Genitalverstümmelung als Voraussetzung für eine Heirat gilt, lassen viele Eltern ihre Töchter weiterhin verstümmeln. Diese Verstümmelung wird oft verharmlosend als „Beschneidung“ bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die unmittelbaren und langfristigen Folgen als sehr gravierend ein, bis zu 25 Prozent der Betroffenen durch das Ritual oder an seinen Folgen.

Das Ausmaß der Weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) in Deutschland wird häufig unterschätzt. Rund 6.000 Mädchen und junge Frauen sind hier von FGM bedroht. Seit 1991 leistet der DFR Aufklärungsarbeit gegen FGM in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit im westafrikanischen Burkina Faso. Auch bekämpft der DFR als Mitglied des Netzwerkes INTEGRA FGM in Deutschland und in den Herkunftsländern.

Interessierten AkteurInnen stellt der DFR gern seine FGM-Informations-Ausstellung zur Verfügung.

Wichtige Fortschritte in Deutschland:

  • seit Juni 2013 ist weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland ein eigener Straftatbestand und wird mit Freiheitsstrafen zwischen 1 und 15 Jahren geahndet
  • die Charakteristika der vier FGM-Typen wurden 2014 in den medizinischen Diagnoseschlüssel (international gültiger Katalog) aufgenommen; dadurch sind gesetzliche Krankenkassen selbst- und fremdverpflichtet, die Folgekosten von FGM zu übernehmen
  • Eröffnung des Desert Flower Centers in Berlin. Damit wurde ein Ort für von FGM betroffene Frauen geschaffen, der medizinische und psychosoziale Betreuung anbietet
  • Auf Anregung von Terre des Femmes existiert eine „Bundesweite Liste mit Ansprech-partnerInnen zur medizinischen, juristischen und sozialen Leistungen in Sachen FGM“.


Aber es gibt weiterhin Handlungsbedarf, der DFR fordert:

  • Eine Kinderschutzgesetzgebung aller Bundesländer mit dem Ziel, durch verbindliches Einlade- und Meldewesen eine größtmögliche Teilnahme der Kinder an Früherkennungsuntersuchungen zu erreichen und ein Ausweichen in angrenzende Bundesländer zu vermeiden. Diese Untersuchungen müssen den Genitalbereich mit einschließen.
  • Sensibilisierung zum Thema FGM der gesamten Bevölkerung
  • Fortbildung von Berufsgruppen, die mit von FGM gefährdeten Mädchen und mit betroffenen Frauen zu tun haben
  • Aufnahme der weiblichen Genitalverstümmelung in den Katalog der Auslandsstraftaten, um sogenannte Ferienbeschneidungen strafrechtlich verfolgen zu können.

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