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Gesundheitspolitik

Die Lebenswelt von Frauen sowie ihr Verständnis von Krankheit und Gesundheit finden sich in den Angeboten der Gesundheitsversorgung nur ungenügend repräsentiert. Medizinische Angebote orientieren sich in vielfacher Hinsicht an der männlichen Norm und sehen Frauen als Abweichung von Männern, die von andersartigen Beschwerden betroffen sind und anders auf gesundheitliche Probleme reagieren. Häufig fehlt Wissen über geschlechtsspezifische Unterschiede von Therapien, z.B. bei der Wirkung von Medikamenten. Forschung zu Diagnostik und Therapie von Erkrankungen sind bislang nicht konsequent geschlechtsdifferenziert angelegt. Auch bei der Suchttherapie werden frauenspezifische Bedürfnisse bislang nur ungenügend berücksichtigt. Eine gendersensible Überprüfung von Gesetzen und Reformen im Gesundheitssektor findet nicht statt. 

CEDAW, das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau von 1979 geht im Art. 12 auf die Gesundheitsrechte der Frau ein. Ausführlich dargelegt werden die Pflichten der Staaten in der Allgemeinen Empfehlung Nummer 24 zu Frauen und Gesundheit (1999). Beispielsweise wird den Staaten nahegelegt, auch gesundheitsrelevante Inhalte anderer CEDAW-Artikel sowie die in anderen UNO-Instrumenten enthaltenen Gesundheitsrechte und Gesundheitsvoraussetzungen zu berücksichtigen.

http://tbinternet.ohchr.org/Treaties/CEDAW/Shared%20Documents/1_Global/INT_CEDAW_GEC_4738_E.pdf 

Der DFR fordert

  • Gendersensible Prävention und Gesundheitsförderung voranzutreiben und vorhandene Gender-Expertise für Bedarfsermittlung, Konzeptionen und Festlegung von Qualitätsstandards zu nutzen
  • Gendersensible Forschung zu Diagnostik und Therapie von Erkrankungen und Anwendung der Ergebnisse in der Praxis. Förderprogramme zur medizinischen Forschung sowie für gesundheitsbezogene Modellprojekte müssen nach den festgelegten Leitlinien zu Gender Mainstreaming umgesetzt werden.
  • Gesundheitsinformationen und Beratungen, die den Bedürfnissen der Frauen entsprechen und für sie verständlich sind.
  • Paritätische Besetzung von Entscheidungsgremien in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und -forschung
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