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Geschlechterinklusive Sprache

In der deutschen Sprache gibt es für die meisten Personenbezeichnungen maskuline und feminine Formen, wie z.B. Ärzte und Ärztinnen, Schülerinnen und Schüler. Meist wird jedoch die maskuline Form gewählt. Dies ist eine Form sprachlicher Diskriminierung. Zwar mögen Frauen bei der männlichen Form „mit gemeint“ sein, aber sie tauchen im Bewusstsein des Hörenden/Lesenden nicht auf. Dies belegen wissenschaftliche Studien.

Gegen eine geschlechtergerechtere Sprache gibt es in unserer Gesellschaft erheblichen Widerstand. Auf manche Kritiker und Kritikerinnen wirkt es wie ein „Luxusproblem“ und Diskussionen um den „Genderwahnsinn“ werden häufig aggressiv und höchst emotional geführt. Die Sorge um die Lesbarkeit oder Verständlichkeit von Texten ist groß.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Die psychologisch-experimentelle Studie von Dagmar Stahlberg und Sabine Sczesny (2001) zeigt, dass gendersensible Sprache den Einbezug von Frauen erhöht. Wurden Versuchspersonen z.B. nach ihrem Lieblingsmusiker gefragt, beantworteten sie die Frage nur mit männlichen Interpreten. Anders sah das Ergebnis aus, als die Frage nach Musikern und Musikerinnen formuliert war.
Anmerkung: Weitere Beispiele aus der Wissenschaft sind in der DFR-Dokumentation „Rollenstereotype im Fokus“ Grüne Reihe Nr. 76 nachzulesen.

Der Einwand, dass Sprachwandel nicht durch gesetzliche Vorgaben oder Leitlinien erzwungen werden kann, stimmt so nicht. Denn im Jahr 1971 wurde durch den Erlass des Bundesinnenministeriums das „Fräulein“ aus der Amtssprache verbannt. Inzwischen ist es auch im Alltag fast völlig verschwunden.

Sprachverstehen basiert auf Wissen über die Bedeutung von Wörtern und auf kulturellen Erwartungen über beschriebene Sachverhalte. Gender-Stereotype haben deshalb eine starke, unmittelbare Wirkung. Wenn Sprechende und Schreibende betonen, mit der männlichen Form Frauen mit zu meinen, kommt das bei Lesenden und Hörenden dennoch so nicht an. Durch die noch immer weit verbreitete Nutzung dieser Formen werden Geschlechterrollen und –stereotypen weiter zementiert. Lesen Sie weitere Details in unserer Grünen Reihe Nr. 76.

Der Deutsche Frauenring engagiert sich deshalb dafür:

  • die Diskussionen über gender-sensible Sprache mit Fakten zu unterfüttern
  • die Diskussionen sachorientiert zu führen.
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